Beziehungsfragen-Katalog

Oktober 2016

 

 

Hallo liebe Pferdefreunde,

 

eigentlich ist es wirklich egal, welchen Reitstil man mit seinem Pferd reitet - die Beziehung ist wichtig und steht allemal im Vordergrund. Leider hat sich das noch nicht flächendeckend rumgesprochen. Aber es ist niemals zu spät, an der Beziehung zu seinem Pferd zu arbeiten oder diese aufzufrischen. 

 

Unsere Beziehung ist die Basis zu allem Respekt und Vertrauen. Es geht hier nicht um irgendwelche Trainingsmethoden - es ergänzt diese geradezu.

Was müssen wir tun?

Ganz einfach... wir nehmen uns Zeit. Wir gönnen uns Ruhe mit unserem Pferd. Wir beobachten und fühlen. 

 

Ich will in diesem Blog auch gar nicht tiefsinnig in diese Sache gehen, sondern einfach mal das Gefühl inspirieren, darüber nachzudenken, welche großen Vorteile die solide und starke Beziehung zu unserem Pferd mit sich bringt - von dem fast 100% Sicherheitsfaktor ganz zu schweigen...

 

Stimmt unsere Beziehung, der Respekt und das Vertrauen, dann ist mit unserem Pferd alles möglich, wirklich alles ... 

 

 

Hier ein wunderschönes Zitat von Frédéric Pignon:

"Beobachte, Fühle, Untersuche, Vertraue Deinen Sinnen, Sehe, Rieche, Konzentriere Dich" 

 

 

Wenn ihr daran interessiert seit, einmal die Beziehung zu eurem Pferd zu überprüfen, dann geht das recht gut mit diesem Fragen-Katalog. Geht jede Frage durch und reflektiert dazu euren Status Quo.

 

"Beziehungs-Fragen-Katalog": 

Auf der Koppel/im Roundpen/im Stall, wenn Du Dich Deinem Pferd näherst:

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- Ist es "cool" oder gestresst?

- Welche Geräusche macht es?

- Wie reagiert es auf deine Körperbewegung?

- Wie reagiert es auf Berührung oder einfach auf das "Ansehen"?

- Welchen Effekt erreicht meine Stimme?

- Wenn eine Gerte oder Peitsche oder das Rope gehalten wird, ist es aufmerksam?

- Reagiert es, wenn ich Gerte oder Rope benutze?

- Ist Anspannung in seinem Gesicht?

- Sind seine Nüstern aufgebläht oder entspannt?

- Sind seine Nüstern beweglich?

- Wie sehen seine Augen aus, der Blick: Aufmerksam, Gelangweilt, Resigniert, Abwesend oder Ängstlich, Besorgt?

- Lässt es sich leicht ablenken?

- Wenn ich nah bin, wie riecht es? (saurer, "unangenehmer" Geruch, besonders an der Seite des Gesichts, kann auf Stress oder "weniger gute Gesundheit" hinweisen.

- wenn Dein Pferd zufrieden scheint, steht es dann still? 

- wenn Dein Pferd unzufrieden scheint, wie bewegt es sich dann, oder steht es auch noch still? 

- und vieles mehr...

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Ich bin schon in den 80iger Jahren mit dem indianischen Gedankengut der Commanchen bekanntgemacht worden. Mein damaliger Verlobter war halb Amerikaner/halb Commanche (wie paradox, wo die Indianer schließlich die Ureinwohner Amerikas sind).

 

Als ich dann Jahre später den Film von Kevin Costner sah - Der mit dem Wolf tanzt -  war ich von der Szene der Büffeljagd einfach total begeistert. Hier war ganz deutlich zu sehen, was die Beziehung zu dem Pferd alles möglich machte, und es spiegelt authentisch wieder, wie die Indianer mit ihren Pferden umgegangen sind, um überhaupt so etwas leisten zu können. Wie gesagt - es ging um's reiten, kämpfen, überleben, leben - und nicht um's schöne Sitzen, was oftmals für den Pferderücken gar nicht so schön ist...

 

 

Hier ging es um eine lautlose und unsichtbare Kommunikation zwischen zwei gleichberechtigen Partnern unterschiedlicher Spezies. Noch mehr: Hier ging es um zwei unterschiedliche Wesen, die zu einem verschmolzen. Der Mensch als "Kopf" und das Pferd als "Körper" - ohne Wenn und Aber.

Ein atemberaubendes, kraftvolles Pas-de-deux, wie es seinesgleichen sucht!

 

Die Szenen in dem Film sind echt (wenn auch die Büffelherde etwas kleiner war). 

Übrigens: Kevin Costner hat Cherokee-Vorfahren.

 

Und jetzt: Clip ab: